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Der Traum vom Fischteich – wir bewirtschaften einen Weiher!

Hand aufs Herz, wer von uns spielte nicht schon einmal mit dem Gedanken einen eigenen Weiher oder See zu pachten? Das Hobby am eigenen kleinen Gewässer auszuüben, fernab von Vereinsbürokratie und manchmal anstrengenden Besuchern, mit relativ freier Hand bei Besatz, Gewässergestaltung und -pflege. Doch nur für die Allerwenigsten rückt diese Möglichkeit in greifbare Nähe.

Wir haben uns daher entschlossen unseren Tagträumen Gestalt zu geben und endlich ein Gewässer zu pachten. Begleitet uns bei der Umsetzung dieses Projekts. Erfahrt worauf geachtet werden sollte und wie viele Stunden Arbeit und Fleiß von Nöten sein werden.

Nehmt aktiv teil, lasst uns eure Meinungen und Vorschläge wissen. Denn für uns heißt es mit der Pacht eines Gewässers, wir betreten Neuland… 🙂

Kriterien der Gewässersuche

Im Umfeld einer Großstadt einen geeigneten Weiher zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Insbesondere dann, wenn keine großen Beträge für die Pacht zur Verfügung stehen. Leider ist in einen solchen Umfeld die Anzahl der Gewässer meist geringer als auf dem Land und noch dazu die Anzahl der Interessenten, entsprechend der höheren Bevölkerungsdichte, verhältnismäßig groß…

Da wiederum die Nachfrage den Preis bestimmt, kommt es mitunter zu horrenden Pachtsummen. Als Negativbeispiele wären an dieser Stelle Städte wie München oder Stuttgart zu nennen.

Bedenken sollte man das die Pacht nicht die einzigen Kosten bleiben. Möglicherweise fallen zusätzliche
Ausgaben für Fischbesatz, Futtermittel, Sanierungs- und Pflegemaßnahmen sowie Fahrtkosten an.

Im Vorfeld sollten somit möglichst klare Vorstellungen von dem zu pachtenden Gewässer bestehen.
Dabei schadet es nicht, sich für die Beantwortung grundlegender Fragen einige Zeit zu nehmen und die Vor- und Nachteile konsequent abzuwägen.

  • Ist man alleiniger Pächter oder in einer Pachtgemeinschaft?
  • Welche Ziele werden mit dem Gewässer verfolgt – reines Biotop, Angelteich, Zucht?
  • Welcher Besatz wird angestrebt? Das schränkt die möglichen Gewässer deutlich ein…
  • Bleibt es ein privater Rahmen oder liegt eine Gewinnabsicht (Gewerbe) zugrunde?
  • Sollen Einnahmen erzielt werden, wie sind die gesetzlichen Bestimmungen beim Verkauf von Fisch oder Angelkarten?
  • Erfolgt der Zuwachs auf natürlicher Nahrungsgrundlage oder soll zu gefüttert werden?
  • Welche Größe ist für die Ziele notwendig und auch zu bewerkstelligen?
  • Ist man bereit längere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen?
  • Wie oft wird man voraussichtlich neben Familie, Arbeit und anderen Verpflichtungen tatsächlich an das Gewässer kommen?
  • Besteht die Bereitschaft gegebenenfalls auch größere Summen für Instandhaltungen zu investieren? Pächter ist nicht Mieter!

Wer passende Literatur zum Thema sucht oder einfach sein Hobby Angeln von einer anderen Seite betrachten möchte, dem seien folgende Bücher nahegelegt: “Der Teichwirt”, “Nutzfische und Krebse: Lebensraum, Erkrankungen und Therapie” , “Praxishandbuch Gewässerwart: Lehrgangs- und Praxisbegleiter” sowie “Teichpflege leicht gemacht”.

Unsere eigenen Vorstellungen

Auch wir haben uns anhand dieser Fragestellungen orientiert, um eine möglichst klare Vorstellung davon zu haben, was wir eigentlich wollen. Ziemlich schnell kamen wir zu den Eckpunkten, mit denen wir die Suche eingrenzen konnten.

Ideal empfänden wir, wenn es sich um ein möglichst naturnahes Gewässer handelt, mit einer Wasserfläche von ca. 1000 bis 5000qm. Ein eigener Zufluss und ein vorhandener Baumbestand der das Gewässer teilweise beschattet  wären wünschenswert. Einen flachen, bis 2 oder 3 Meter tiefen Natur- oder Himmelsteich, würden wir einer ähnlich großen Kies- oder Tongrube vorziehen. Da eine gelegentliche Entnahme der Fische angedacht ist sowie ein möglichst authentisches Gewässer bewirtschaftet werden soll, liegt unser Fokus auf einem Hecht-Schlei-See.
Zugefüttert werden soll nur in absoluten Ausnahmefällen und der Zuwachs der Fische aufgrund des natürlichen Nahrungsspektrums erfolgen.

Das Gewässer sollte sich in einem Umkreis von 30 Autominuten befinden. Alles darüber hinaus, macht unseres Erachtens nach wenig Sinn. Zwar befinden sich dort wunderbare Gewässer, aber es ist eben nicht einfach mal möglich, fix nach der Arbeit nach dem Rechten sehen. Als (flexible) Obergrenze für den Pachtbetrag sind 500€ pro Jahr angedacht. Flexibel in Abhängigkeit von dem Gewässer und dessen Zustand.

Die Gewässersuche…

…als solches ersparen wir euch!
Grundsätzlich werden alle erdenklichen Kanäle genutzt. Das heißt Kleinanzeigen studieren, Inserate aufgeben, bei Google Maps und bei Fahrten die Augen offen halten, Eigentümer in Erfahrung bringen und Gespräche führen.
Die effektivste Möglichkeit bleibt jedoch das Vorhaben kundzutun! Egal ob im Freundes- und Bekanntenkreis, unter Kollegen, beim Kunden, im Verein oder bei irgendeinem Plausch – es wird mitgeteilt dass wir einen Weiher pachten wollen!

Update November 2017

Endlich einen Weiher gefunden?

Nach einigen Monaten der Suche und 2 Fehlschlägen, haben wir jetzt scheinbar einen geeigneten Weiher zur Pacht gefunden. Nach ersten Gesprächen und einer Begehung sieht es momentan ganz gut aus.
Von einer Kundin konnten wir in Erfahrung bringen, dass ihr Sohn vor reichlichen 3 Jahren einen Dreiseitenhof erworben hatte. Dieser Kauf beinhaltete demnach mehrere Stückchen Wiesen-, Acker- und Waldfläche im Umland sowie einen kleinen Fischteich. Hellhörig geworden, baten wir die Dame den Kontakt zu ihrem Sohn herzustellen.

Dieser meldete sich reichlich eine Woche später und dem ersten Telefonat folgte ein gemeinsames Mittagessen. Der Herr erzählte das es sich um einen mittels Mönch angestauten Weiher handele, welcher wohl seit vielen Jahren keinerlei Pflege erhalten habe. In der ursprünglichen Größe umfasste er eine Wasserfläche von etwa 1500qm, verfügt halbseitig über angrenzende Bäume und ist von der Dammseite abgesehen, fast komplett von Röhricht eingeschlossen. Im Zuge der fortschreitenden Verlandung habe sich die Wasserfläche schon deutlich verkleinert. Er selber möchte keinerlei Geld in die Sanierung des Gewässers stecken und eine endgültige Verlandung ist für Ihn kein Schreckensszenario – für uns jedoch schon! Auf die mögliche Pachtsumme angesprochen, entgegnete er uns das 2, 3 Fische im Jahr ausreichend wären. Der Gehalt dieser Aussage bleibt abzuwarten… 😉

Erste Besichtigung des Weiher

Wir vereinbarten für die kommenden Tage eine Begehung am Weiher.
Dieser befand sich bei unserer Ankunft im teilweise abgelassenen Zustand. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass ein direkter Nachbar im vergangenen Frühjahr einige kleine Karpfen gesetzt hatte, von denen allerdings nun kein Einziger mehr zum Vorschein kam. Gut, Kormorane und Fischreiher sind hier keine Seltenheit und auch der Fischotter macht sich zunehmend breit. Das sind eben Ärgernisse einer Kulturlandschaft, in deren Folge nicht mehr regulierend in immer ausufernde Bestände eingegriffen werden darf. Allerdings ist das ein anderes Thema…

Der Weiher selbst machte auf den ersten Blick einen ganz guten Eindruck. Leider sahen wir ihn vorher nicht im aufgestauten Zustand, konnten mittels der Bewuchsgrenzen und des Mönchs jedoch die Ausmaße während eines Vollstaus gut abschätzen. In der Wathose ging es nun einmal um das Gewässer herum und an verschiedenen Stellen auch hinein. Mit der Hilfe eines Spaten, einfach einstechen und aufstützen, konnte der Bodengrund unterhalb der Schlammschlicht gut ertastet und die Tiefe des Schlamm recht genau ermittelt werden. Diese schwankte zwischen 20 und gut 60 Zentimetern. Im Schlamm selber befand sich eine große Anzahl an Teichmuscheln und diversen Wasserschnecken. Das deutet zumindest schon einmal auf ein gutes Teichklima hin und erfreut ganz sicher
die zukünftigen Schleien.

Der Röhrichtgürtel ist tatsächlich sehr ausgeprägt und breitet sich über große Abschnitte aus.
Mitunter misst er in der Breite bis zu 8 Meter. Hier ist ein dringendes Verschneiden im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben erforderlich. Meist ist der Rückschnitt in der Zeit von Anfang März bis Ende September komplett verboten. Im Winterhalbjahr dagegen können Röhrichte zurückgeschnitten werden, jedoch nur in Abschnitten! Röhrichte sind Lebensraum und für viele Arten Winterquartier. Teich- oder Seerosen sind leider keine vorhanden. Eine Überlegung wäre es, diese auf der Seite ohne angrenzende Bäume zu pflanzen. Somit wird dieser Bereich im Sommer zusätzlich beschattet und dient den Fischen als Unterstand und Laichplatz.

Ein weiteres Problem könnte ein großer Baum werden, der oberhalb einer nachgebenden Böschung steht. Der Baum ist schon in Schieflage und der endgültige Fall nur eine Frage der Zeit. Grundsätzlich ein Problem des Eigentümers, aber weder möchten wir in dem Moment in Reichweite des Baumes stehen, noch brauchen wir eine komplette Querung des Weihers… Dem Eigentümer ist die Problematik jedoch bewusst. Er zieht eine Fällung des Baums in Betracht, da bei Einigung, der Weiher abgelassen werden soll und somit ein idealer Zeitpunkt für solcherlei Arbeiten wäre. .